Junge Parlamentarier: eine neue Kraft für Frieden, Abrüstung und nachhaltige Entwicklung

Eröffnungspanel der Konferenz.

130 Parlamentarier aus 50 Ländern versammelten sich in Lusaka.

Diskussion über Politiken und Maßnahmen für eine nachhaltige Welt.

Junge Parlamentarier haben sich als neue Kraft für die Förderung neuer wirksamer Friedens-, Abrüstungs- und Nachhaltigkeitspolitik erwiesen. Im Rahmen der dritten Inter Parliamentary Union Global Conference of Young Parliamentarians wurde dies durch die Versammlung in Lusaka/Zambia offentsichtlich, die am 16. und 17. März stattfand und an der 130 junge Parlamentarier aus 50 verschiedenen Ländern teilnahmen.

Der Konferenz war die 134. IPU assembly vom 19. bis 23. März mit 700 Parlamentariern aller Altersgruppen aus 125 Ländern vorausgegangen und PNND wurde bei beiden Veranstaltungen durch mehrere Mitglieder vertreten.

Sandor Fulop und Catherine Pearce, World Future Council.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Konferenz war das Recht der Jugend, der heutigen und der zukünftigen Generationen auf Frieden und auf eine  zukunftsfähige Welt.

Dabei hat Sandor Fulop, ehemaliges Kommissionsmitglied für zukünftige Generationen (Ungarn), angemerkt, dass gegenwärtige menschliche Tätigkeiten deutliche Auswirkungen auf künftige Generationen haben. Er hat ebenfalls über die Rolle seines ehemaligen Amtes berichtet, das dafür sorgt, dass alle Gesetzgebungen dieses Recht der zukünftigen Generationen berücksichtigen. Damit eröffnete sich ein sehr interessantes Gespräch über den Vorschlag des World Future Council, der weitere Länder und die Vereinten Nationen dazu bewegen will,  Wächter für künftige Generationen zu etablieren.

Wirtschaft als eine Angelegenheit der zukünftigen Generationen

Die Konferenz hat auch gezielte Wirtschaftsmodelle vorgestellt, die das Eigenkapital und eine zukunftsfähige Welt sicherstellen könnten. „Unser Planet ist die Quelle alle wirtschaftlichen und menschlichen Aktivitäten – jetzt und auch in der Zukunft“ erwähnte Alyn Ware, globaler Koordinator von PNND und Mitglied des World Future Council (WFC). „Es handelt sich um ein geschlossenes System – ganz wie ein Raumschiff. Wirtschaftswachstum stützt sich nämlich auf einen fortgesetzten Verbrauch von begrenzten Ressourcen und das führt ohne Zweifel in eine Sackgasse“.

Er erwähnte ebenfalls, dass das globale Militärbudget von 1,7 Billionen Dollars menschliche und materielle Mittel aus den Bereichen der Wirtschaft, Sozialpolitik und Umwelt abführt und dass „Militärische Aktivitäten – in Friedenszeiten sowie auch in Kriegszeiten – eine der größten Verursacher des Klimawandels und der Umweltbelastung sind“.

Dafür gibt es mehrere Stellungnahmen von Parlamentariern, die sich zu diesen Fragen geäussert haben. Bei den Vereinten Nationen hat PNND Co-President Senator Ed Marke den Smarter Approach to Nuclear Expenditure (SANE) Akt vorgelegt und damit aufgerufen, die Ausgaben im Bereich der Atomwaffen zu reduzieren, um Gesundheitsleistungen, Arbeitsplatzschaffung, Ausbildung, erneuerbare Energien und den Umweltschutz zu finanzieren.  

Gareth Hughes, Parlamentsmitglied, Neuseeland.

Die Parlamentarier aus Neuseeland, Norwegen and aus der Schweiz haben Maßnahmen ergriffen, um gegen die Investitionen und die Unterstützung von Seiten der Öffentlichkeit und Finanzinstitutionen an Nuklearwaffen herstellende Firmen zu mobilisieren. Andere Parlamentarier haben ebenso Daten der Internetseite Don’t Bank on the Bomb benutzt, um sicher zu gehen, ihr Bankkonto nicht bei einer Bank zu haben, die in Atomwaffen investieren.

Gareth Hughes, Parlamentsmitglied (Neuseeland), berichtete über Maßnahmen gegen Industrien in Bereichen der fossilen Brennstoffe und der Atomwaffen. „Finanzen und Investitionen sind ein Schwerpunkt der Klimaschutzmaßnahmen. In Neuseeland gibt es, wie wir es gesehen haben, Universitäten, Lokalregierungen und Kirchen, die entschieden haben, nicht mehr in fossile Brennstoffe zu investieren. Und diese Kampagnen und Initiativen werden von jungen Leuten geführt und gewonnen.“

Es gab ebenso Gespräche über mögliche Wirtschaftsindikatoren, die allgemein die Lebensqualität bewerten können und nicht nur die Verbrauchsmenge. Zu den zählt man den Gross National Happiness Index, den Global Peace Index und den Happy Planet Index.

Rinzin Jamtsho (Bhutan) erwähnte dazu, dass der Gross National Happiness Index 33 statistische Indikatoren in vier Schwerpunktbereichen enthält, zu denen eine verantwortungsbewusste Regierungsführung, der Erhalt von Kulturgütern und der Umwelt und eine nachhaltige sozioökonomische Entwicklung gehören.

Rinzin Jamtsho, Parlamentsmitglied (Bhutan), berichtet über den Gross Happiness Index.

Die Teilnahme der Jugend am politischen Prozess

Die Teilnahme der Jugend am politischen Prozess wurde auch besprochen. Der IPU Präsident Saber Chowdhury eröffnete die Konferenz mit folgenden Worten: „Jugendliche sind nicht nur die Fackelträger der Zukunft, ihr seid jetzt die Leader! Ihr seid nicht mehr das Warm-up vor einer Veranstaltung, sondern ein wesentlicher Teil. Ihr sollt keine Welt erben, die verbessert werden muss, sondern schon jetzt diejenigen sein, die Antworten und Lösungen suchen, um die Probleme zu beheben. Als „Digital Natives“ und Träger neuer Ideen, Energien und Begeisterung seid ihr bestens vorbereitet, unsere Welt zu verändern“.

Allerdings ist Vinay Nayak, Manager des Digitalen Jugendprogramms der Obama Wiederwahlkampagne im Jahre 2012 eher der Meinung, dass „Junge Leute nicht an einem politischen Prozess teilnehmen werden, es sei denn, sie können sich mit den Anliegen, Wahlkampftechniken und den führenden Politikern identifizieren“. „Und so was ist nur möglich, wenn es junge Parlamentarier sind, die sie vertreten, ihre Sorgen wahrnehmen und durch Social Media Instrumente kommunizieren“.

Das verabschiedete Abschlussdokument der Konferenz

Das Abschlussdokument (auch Französisch verfügbar) spiegelte die folgenden Fragen und andere Kernfragen des Gesprächs wieder:

Rania Elwani, Parlamentsmitglied (Ägypten), ehemalige Olympiasiegerin und Botschafterin für Frieden und Sport.
  • ŸWir wollen, dass unsere Maßnahmen in Zambia vom Ubuntu-Prinzip der Menschlichkeit (human kind-ness) getragen werden und wir sind davon überzeugt, dass es bei der Entwicklung auf nationalem Niveau nur Vorteile geben kann, wenn diese Vorteile auch global vorhanden sind;
  • ŸWir engagieren uns zutiefst in der Verteidigung unseres Planeten und sorgen für nachhaltige Modelle in der Produktion und im Konsum. Dies soll jungen Menschen und den künftigen Generationen ermöglichen, ein gesundes Leben  auf einem heilen Planeten zu führen;
  • ŸAls junge Parlamentarier engagieren wir uns, eher in unser soziales und wirtschaftliches Wohlbefinden und in eine Internationale Entwicklungskooperation als in Militärprojekte zu investieren;
  • ŸAls junge Parlamentsmitglieder werden wir durch Social-Media Instrumente und verschiedene Kommunikationskanäle dafür sorgen, dass junge Bürger mit Parlamentsmitgliedern besser kommunizieren können und ein direkter Kontakt zwischen ihnen hergestellt wird;
  • ŸWir engagieren uns, die Entwicklungsagenda bekannt zu machen, um die Öffentlichkeit und die Medien aufmerksam zu machen und zwar mit Hilfe bekannter Spitzensportler, die bei Jugendlichen Anklang finden.